PHILIPP MELANCHTHON (EIGENTLICHER FAMILIENNAME SCHWARTZERDT)

1497–1560

Deutscher Humanist und Theologe, einer der größten Repräsentanten der Reformation

Geboren in der Familie eines Waffenschmieds und Rüstmeisters. Er war ein Großneffe des berühmten Humanisten Johannes Reuchlin und kam auf dessen Fürsprache hin in die Lateinschule, wo er 1507 und 1508 lernte; und danach studierte er an den Universitäten Heidelberg (1509–1511) und Tübingen (1512–1514). Ab 1518 war er Professor für Griechische Sprache an der Universität zu Wittenberg. Ebenda näherte er sich Martin Luther und wurde dessen nächststehender Mitstreiter und Freund. Er war Gegner des Bauernkrieges von 1524 bis 1526 und von Thomas Müntzer. Theoretiker des Luthertums. Von 1529 an bis an die letzten Tage seines Lebens war er der Hauptvertreter der protestantischen Kreise in allen Religionsdebatten. Nach Luthers Tod 1546 leitete er die protestantische Bewegung. Melanchthon war Autor vieler pädagogischer Werke und Lehrbücher und förderte die Reorganisation der Schul- und Universitätsbildung, in der er die humanistischen Ideale den Interessen der lutherischen Kirche unterordnete. Sein Ruhm war so groß, dass die Könige Franz I. und Heinrich VIII. ihn zur Regelung der kirchlichen Dinge nach Frankreich und England einluden. 1525 und 1526 besuchte Melanchthon Nürnberg und nahm auf Bitten des Rats an der Organisation der ersten allgemein zugänglichen Schule in Nürnberg teil.

Er starb in Wittenberg und ist neben Luther beigesetzt. Seine skulpturale Darstellung ist Teil des Reformationsdenkmals, das 1886 in Worm errichtet wurde.